10. Februar 2025

Mönchs-, Weiden- oder Alpenmeise?

WEIDENMEISE lautet eigentlich der offizielle deutsche Artname. Für die Benennung der deutschen Vogelnamen (Nomenklatur) ist die Fachkommission der DO-G (Deutsche Ornithologen-Gesellschaft) zuständig, die sich an der Taxonomie der «IOC World Bird List» orientiert.

Dort wird die Weidenmeise als Art mit mehreren Unterarten geführt, eine davon ist die „Alpenmeise“, Unterart (ssp.). montanus. Der deutsche Unterartname „Alpenmeise“ wird im deutschsprachigen Raum in der Literatur und im ornithologischen Sprachgebrauch verwendet, ist aber kein offizieller Name.

Auch die Schweizerische Vogelwarte/Ornitho.ch hält sich bei der Namensgebung mehrheitlich an die Vorgaben der DO-G. Aber nicht zwingend und immer. Eine dieser Abweichungen betrifft tatsächlich die Namensgebung der Weiden- resp. «Mönchsmeise», welcher dort vorwiegend benutzt wird.

«Mönchsmeise» ist der gebräuchliche Name/Überbegriff eines UNTERARTKOMPLEXES. Er umfasst die beiden bei uns vorkommenden, unterschiedlichen GESANGSTYPEN «Alpenmeise» ssp. montanus (Alpenbogen mit Überschneidungsbereichen der Mittelland-Unterart(en) und «Weidenmeise» ssp. rhenanus/salicarius (Mittelland & Jura, die Verbreitungsgebiete der Unterarten werden in der Literatur allerdings unterschiedlich angegeben!) Vogelwarte & Ornitho verwenden vorwiegend den Namen «Mönchsmeise», weil sonst der Gesangstyp (bzw. die Unterart) «Alpenmeise» nicht explizit berücksichtigt und erhoben würde. Die Unterscheidung der beiden Gesangsformen erlaubt es, die Entwicklung der Teilpopulationen separat und einigermassen genau zu verfolgen.

Und so (unterschiedlich) singen „Alpenmeisen“ und „Weidenmeisen“. Viel Spass beim Lauschen & Beobachten!

9. Januar 2025

Zurück aus Südafrika

Roman Furrer hat letzten November auf unserer Reise ins östliche Südafrika sein erfolgreiches Debüt als LIBERTYBIRD-Reiseleiter gegeben!
Auf der Reise konnten 447 Vogel- und 45 Säugetierarten (darunter die „Big 5“: Löwe, Leopard, Elefant, Nashorn, Büffel) beobachtet werden. Neben verschiedenen lokal verbreiteten Arten konnten auch mehrere endemische Vogelarten beobachtet werden. Die einzigartigen Landschaften und Lebensräume im Osten Südafrikas trugen zu einem unvergesslichen Erlebnis bei. In der Fotogalerie finden Sie zahlreiche inspirierende Fotos dieser Reise von Arten wie Narinatrogon, Livingstonturako, Orangebrust-Felsenspringer, Kaprötel, Hahnenschweifweber & viele mehr.

Roman Furrer und wir freuen uns sehr, im Herbst dieses Jahres, die attraktive Reise ins westliche Südafrika anzubieten. Von Kapstadt (inkl. Bootstour für Meeresvögel) zur Garden Route und anschliessend über die Karoo in die Kalahari bietet diese Reise sowohl ornithologisch wie auch landschaftlich einiges. Hier finden Sie unser attraktives Reiseprogramm „Endemiten und Vogelvielfalt im Westen Südafrikas“ – Auf bald wieder in der Regenbogennation…

6. Januar 2025

Zurück aus Kenia

Diese Keniareise war ein absoluter Klassiker. Massai Mara, Lake Naivasha, Amboseli, Tsavo West und Ost, sowie der legendäre Arabuko Sokkoke Forest an der Küste waren die Hauptschwerpunkte.
Als Zusatz bereisten einige von uns noch die Taita Hills.

Die Artenvielfallt war äusserst attraktiv. Wir konnten eine grosse und vielfältige Palette an Vögeln und Säugetiere beobachten.
Die Höhepunkte waren sicher die Endemiten wie der einzigartige Massaifeinsänger in seinem kleinen Verbreitungsgebiet, die unvergessliche Sokoke-Zwergohreule, oder der schwierig zu entdeckende Taita Apalis und die Taitadrossel.
Hunderte durchziehende Amurfalken und Blauracken in ihre Überwinterungsquartiere, sowie übermässig viele Reiherläufer und Terekwasserläufer.
Mit Löwe, Leopard, Gepard, sowie Hunterantilope und Giraffengazelle bei den Paarhufern, haben wir einige Schwerpunkte erleben können.

Dank unseren erstklassischen lokalen Guides wie Joseph, Albert im Arabuko Sokoke und Jonam in den Taita Hills haben die Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

Die Fabelhaften Bilder und die freudige Unterstützung in der Gruppe, machten sie zum Highlight.

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1. November 2024

Zurück aus Zentralthailand

Als Ergänzung der bisherigen Thailandreisen in den Norden oder den Süden besuchten wir vier Gebiete in Zentralthailand:

  • Huai Kha Khaeng: Ein Wildschutzgebiet im Westen
  • Bueng Boraphet: Der grösste Süsswassersumpf Thailands
  • Kaeng Krachan: Der grösste und avifaunistisch artenreichste Nationalpark
  • Pak Thale: Die weltbekannten Salinen und Feuchtgebiete in Phetchaburi

Das Motto «Weniger fahren, mehr beobachten» hat sich ausbezahlt. Wir haben drei Gebiete mehrmals aufgesucht und daher auch genügend Zeit die lokalen Spezialitäten zu suchen.

Wir durften eine grosse und vielfältige Palette von attraktiven Vogel- und Säugerarten beobachten. Die ornithologischen Höhepunkte waren der einzigartige Löffelstrandläufer, der unvergessliche Ährenträgerpfau, die eindrücklichen Doppelhornvögel und die unzähligen durchziehenden Greifvögel. Mit Gaur, Banteng und Elefant haben wir drei Schwergewichte der thailändischen Säugerwelt erleben dürfen. Das leckere Essen, die hilfsbereiten Fahrer, unser erstklassiger lokaler Guide und die allgegenwärtige Gastfreundschaft haben die Reise erst recht zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht. Ein grosses Dankeschön an die aktive Reisegruppe. Wer sucht, der findet 😉.

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30. September 2024

Die schillernde Welt der Kolibris

Die Kolibris sind eine Familie der Superlative. Ihr gesamtes Verbreitungsgebiet beschränkt sich ausschliesslich auf die Neue Welt mit Schwerpunkt in Südamerika. Die ca. 370 Arten verteilen sich auf über 100 Gattungen und bilden somit eine der grössten Familie überhaupt. Ihr Stoffwechsel ermöglicht ihnen extreme Flugleistungen: Mit über 60 Flügelschlägen pro Sekunde schwirren die Kolibris z.T. mit enormer Geschwindigkeit und Präzision durch fast alle Lebensräume ihres Verbreitungsgebietes und ziehen Naturliebhaber:Innen & WissenschaftlerInnen seit jeher in ihren Bann. Sie sind die einzigen Vögel die sowohl seitwärts als auch rückwärts fliegen können, um so mit ihren Schnäbeln und ihrer langen Zunge an ihre Hauptnahrungsquelle, den Nektar zu gelangen. Die Schnäbel der Kolibriarten variieren stark in Größe und Form – oft gattungstypisch. Jeder Schnabeltyp ist an einen anderen Blütentyp angepasst, so dass jede Gruppe gleichschnäbeliger Kolibris ihre eigene ökologische Nische besetzt.

Die morphologischen Besonderheiten und Rekorde dieser Familie sind schier endlos. Einer der faszinierendsten und augenfälligsten Aspekte soll hier kurz hervorgehoben werden: Die schillernden, irisierenden Farben des Kolibrigefieders.

Je nach Lichtverhältnissen und Lichteinfall erscheinen selbst die farbenprächtigsten Arten oft einfarbig dunkel. Eine winzige Drehung des Körpers reicht oft aus, um den Vogel in Sekundenbruchteilen in allen Farben des Regenbogens erstrahlen zu lassen. Der Effekt des Farbenspiels entsteht durch Interferenz. Die schillernde Feder des Kolibris trägt mehrere Schichten mikroskopisch dünner Hornlamellen. Trifft Licht unter einem bestimmten Einfallswinkel auf diese Feder, wird es von den Lamellen zurückgeworfen. Durch die unterschiedliche Position der Lamellen wird das Licht mit sehr kleinen zeitlichen Unterschieden reflektiert. So nimmt der Betrachter die Farbe des Gefieders aus verschiedenen Blickwinkeln unterschiedlich wahr. Ganz im Gegensatz zu Farben, die durch Pigmente erzeugt werden und unabhängig vom Betrachtungswinkel immer gleich erscheinen!

Zur Veranschaulichung haben wir zwei besonders eindrucksvolle Beispiele ausgewählt. Kaum zu glauben, dass es sich bei den Bildern 1/2 (Feuerkehlkolibri, Costa Rica, Jérôme Fischer) und 3/4 (Hyazinthkolibri, Ecuador, Jérôme Fischer) jeweils tatsächlich um die gleiche Art und das gleiche Individuum handelt:

Feuerkehlkolibri @ Jérôme Fischer
Hyazinthkolibri @ Jérôme Fischer